Otto Gotsche, Und haben nur den Zorn

Und haben nur den Zorn ist ein historischer Roman. Ich habe ihn auf Empfehlung einer Mitschülerin mit 16 Jahren gelesen, oder besser verschlungen. Ich lebte damals am Harzrand, in Wernigerode. Der Roman spielt im 30jährigen Krieg im Harz und im Harzvorland und berichtet über den Widerstand vor allem der Bauern und Bergleute, die im Kampf gegen die Willkür der verschiedensten, das Land  verwüsteten Truppen erfolgreich eine Gegenwehr organisierten. Die Harzschützen waren geboren.

Im Mittelpunkt stehen die Bewohner des kleinen Harzdorfes Rieder bei Quedlinburg mit ihren beiden Protagonisten Vicken Ramter und Valten Weddingen. Das Großartige an diesem Roman ist die gelungene Verpflechtung von fiktiven Beziehungen und Einzelschicksalen mit einem äußerst genau recherchierten historisch wahren Hintergrund um die Ereignisse des 30jährigen Krieges allgemein und rund um den Harz. Diese Buch ist nicht nur spannend zulesen, es garantiert auch einen hohen Zuwachs an geschichtlichem Wissen um die Zweit zwischen 1618 bis 1648.

Gotsche war nicht nur Schriftsteller, er war auch Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus, Mitglied der KPD, später der SED und stieg bis in das ZK der SED auf. Sein Roman erschien 1975 beim Mitteldeutschen Verlag. Heute wird das Buch bei der Naumburger Verlagsanstalt verlegt.