Ich bin ein politisch interessierter Mensch, aber kein Mitglied einer Partei. Ab und zu reizt es mich, auf tagesaktuelle Ereignisse zu reagieren, manchmal nachdenklich, manchmal bissig. Aber immer versuche ich, dabei nicht verletzend zu sein. Ich fasse gelegentlich auch Themen an, bei denen ich innerlich zerissen bin und keine eindeutigen Aussagen treffen kann, wohin ich geneigt bin, zu driften. Lest selbst.

Die Sprache der Politik

Die Sprache der Politik

Seit heute bin ich - neben der Bundesregierung - stolzer Besitzer eines Sondervermögens. Ich habe es heute Vormittag meiner Bank abgerungen. Es ist auch bitter nötig. Da sind so viele Löcher zu stopfen. So muss ich demnächst tanken, ein Kurzurlaub steht an, die Jahresdurchsicht und der TÜV. Die Liste lässt sich sicher noch verlängern.

Sicher, ich hätte auch einen Kredit aufnehmen können, aber wer will schon Schulden? Derselbe Tatbestand, zwei unterschiedliche Wörter: Sondervermögen und Schulden.

Glosse Audi und Trump

Audi und Trump

Gernot Döllner will in den USA produzieren. So weit, so gut. Machen schließlich alle großen Autohersteller aus Deutschland schon lange. Auch die Gründe sind klar: Die Strafzölle von Trump sollen so umgangen werden.

Das alles, während der VW-Konzern seinen Mitarbeitern die Tarifvereinbarungen kündigt und laut über großflächige Kündigungen und Werkschließungen in Deutschland spekuliert. Das ist bitter, es ist eben auch Kapitalismus.

Antisemitismus und Israel

Antisemitismus und Israel

Für mich ein problematisches Thema. Ich bin mir absolut sicher, ich bin kein Antisemit. Obwohl ich Atheist bin, ist mir bewusst, dass die Ausübung einer Religion für viele Menschen eine wichtige Stütze im Leben darstellt. Und alle Religionen pflegen zutiefst humanistische Grundsätze. Das gilt also nicht nur für die 10 Gebote des Christentums.

Problematisch wird es immer dann, wenn Extremisten ihre Religion nach eigener Fasson auslegen. Das gilt für Islamisten ebenso wie für die Rolle der christlichen Kirche bei den Kreuzzügen. Aber zurück zu Antisemitismus und Israel.

Wiederentdeckung der Wehrpflicht

Wiederentdeckung der Wehrpflicht

Ja, eigentlich war sie nie weg, sie war nur ausgesetzt. Im gesamten Jahr 2024 gab es - je nach Zählweise - ca. 2.500 junge Bundesbürger, die die Wehrpflicht verweigert haben. Von Januar bis August 2026 gingen bereits 12.102 Anträge ein. Das entspricht sicher nicht der Erwartungshaltung der Bundesregierung.

Ich habe meinen Wehrdienst in der DDR abgeleistet. Damals war es sehr viel schwieriger, sich dem Dienst zu verweigern. Und wer es tat, der nahm den Karrierestillstand wissentlich in Kauf. Eine Art Zwischenlösung stellten die Spatensoldaten dar, Wehrdienst: Ja, aber Dienst an der Waffe: Nein. Ich habe mich nicht gegen den Wehrdienst gewehrt, ich habe es in Kauf genommen. Außerdem war ich indoktriniert, habe an die Notwendigkeit geglaubt. Heute kann jeder junge Mensch ohne staatliche Doktrin entscheiden, wie er sich positioniert.

Wozu sind Kriege da

Wozu sind Kriege da

Keiner will sterben | Das ist doch klar | Wozu sind denn dann | Kriege da?

So beginnt ein Lied von Pascal Kravetz und Udo Lindenberg aus dem Jahr 1985. Zugegeben, ich gehörte nicht zu den ganz großen Lindenberg-Fans und war damit in der DDR-Jugend wohl eher der Angehörige einer Minderheit. Aber dieser Text hatte auch mich. Und in hunderten Jahren davor und den jetzt 41 Jahren danach habe ich keine befriedigende positive Antwort auf diese Frage gefunden. Negative gibt es freilich genug: Machtanspruch, Rohstoffe, Wasser ...

Nun bin ich kein Historiker, aber mir fällt überhaupt kein einziger Fall in der Geschichte der Menschheit ein, wo ein Krieg ein Problem dauerhaft zum Positiven gelöst hat.

Spaltung

gespaltene Gesellschaft und Brandmauern

Natürlich ist mir bekannt, dass der Begriff "Brandmauer" keine Erfindung von Friedrich Merz ist. Aber den "Verdienst", ihn 2021 wiederbelebt zu haben, darf man ihm wohl zuschreiben.

Ich beobachte mit großer Sorge, wie sich unsere Gesellschaft zunehmend polarisiert. Es beginnt (übrigens in beiden "Lagern") mit Unzufriedenheit. Es folgt Wut und/oder Resignation und schließlich Hass. Und spätestens dieser Zustand ist das Ende jeglicher sachlicher Kommunikationsfähigkeit. Die Fähigkeit des Zuhörens ist verloren gegangen. Die Ohren öffnen sich, wenn die eigene Meinung bestätigt wird und sie schließen sich sofort, wenn dies nicht der Fall ist. Dann bleibt nur noch die Beschimpfung des Andersdenkenden.